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Leipzig, 09.03.2026   

Kochrezepte:

Königsberger Klopse

Königsberger Klopse sind ein klassisches deutsches Gericht, das im 19. Jahrhundert in der ehemaligen preußischen Residenzstadt Königsberg, dem heutigen Kaliningrad, seinen Ursprung fand. Die traditionelle Rezeptur basiert auf Kalbfleisch, das mit Sardellen (Anchovis) verfeinert wird. Serviert werden die Klopse in einer würzigen, hellen Soße, die durch Kapern und Zitrone eine angenehm säuerliche Note erhält und den einzigartigen Geschmack ausmacht. Diese köstlichen Fleischklopse gelten als kulinarisches Erbe Ostpreußens und wurden sowohl in bürgerlichen Haushalten als auch in der gehobenen Küche in ganz Ostdeutschland geschätzt. Kapern und Sardellen aus Italien wurden damals als luxuriöse Delikatessen verehrt, mit denen man seinen gesellschaftlichen Status betonte.
Das vorgestellte Rezept orientiert sich an den besten ostpreußischen Kochbüchern des 19. Jahrhunderts. Die Rezepturen der Königsberger Klopse haben sich über einen Zeitraum von über 200 Jahren von einer einfachen Hausmannskost zu einem kulinarischen Klassiker entwickelt, der auch heute noch in zahlreichen Variationen in ganz Deutschland zubereitet wird.  → Alte Ostpreußische Rezepte

Zutatenliste für 4 Personen

Zutaten für die Fleischklopse:

750 g Hackfleisch vom Kalb oder gemischt vom Rind und Schwein
1 Brötchen
2 EL Paniermehl
200 ml Milch
1 Zwiebel feingehackt
Nach Belieben 1 Knoblauchzehe feingehackt
Nach Belieben 1 TL Kümmel
1 EL Senf
1 Ei
5 Sardellenfilets in Öl feingeschnitten
1 EL Petersilie feingehackt
1 TL Salz
¼ TL Pfeffer aus der Mühle

Zutaten für die Brühe:

2 Liter Fleisch- oder Gemüsebouillon
3 Lorbeerblätter
2 Piment Gewürzkörner 
2 Wachholder Gewürzkörner 
2 Gewürznelken
4 schwarze Pfefferkörner

Zutaten für die Kapernsoße:

4 EL Butter
3 EL Mehl 
Klops-Brühe zum Ablöschen der Mehlschwitze
Salz & Pfeffer
150 ml saure Sahne oder Schmand
1 bis 2 Zitronen ausgepresst
1 bis 2 TL Zucker
2 Eigelb
1 EL Senf
50 g Kapern
0,2 l Weißwein

Die Zubereitung

Zuerst die 2 Liter Fleischbrühe oder Gemüsebouillon zubereiten. Dazu z. B. Sellerie, Möhren, Tomaten, Zwiebel, Kohlrabi sowie Rinder Markknochen 20 Minuten auskochen. Tipp vom Chefkoch: Auch eine feine Kalbs- oder Hühnerbrühe eignet sich hervorragend. Es geht auch Eisbeinbrühe oder zur Not Brühwürfel.

Die Klopse

Während die Brühe kocht, kann man die Hackfleischmasse zubereiten. Dazu zuerst das Brötchen in einer großen Kaffeetasse in der Milch 5 Minuten einweichen, danach ausdrücken, was geht, und mit einem Pürierstabmixer cremig rühren. Die Sardellenfilets in feine, kleine Streifen schneiden. Die Brötchenmasse zusammen mit der feingehackten Zwiebel, 2 EL Paniermehl, 1 EL Senf, 1 Ei, 5 Sardellenfilets (feingehackt), 1 EL Petersilie (feingehackt), 1 TL Salz, ¼ TL Pfeffer aus der Mühle und Hackfleisch gründlich vermengen.
Die gut vermengte Hackfleischmasse zu 5 bis 6 cm großen Klopsen formen. Tipp: Mit angefeuchteten Händen geht das besser. Jetzt die Gewürzmischung aus den 3 Lorbeerblättern, 2 Piment-Gewürzkörnern, 3 Wacholder-Gewürzkörnern, 2 Gewürznelken und 4 schwarzen Pfefferkörnern in die Brühe geben und die Hitze klein stellen. Dann die Klopse mit einem Löffel vorsichtig in die heiße Brühe geben.
Die Klopse bei schwacher Hitze 20 Minuten leicht köcheln und gar ziehen lassen. Schwimmen die Klopse oben, mit einer Schaumkelle herausnehmen und in einer Schüssel warm stellen. Nun die Knochen aus der Brühe nehmen, das gekochte Gemüse mit dem Stabmixer pürieren und alles mit einem feinen Sieb passieren.

Die Soße

Für die Sauce machen wir zuerst eine Mehlschwitze. Dazu die Butter in einem Edelstahltopf erhitzen. Kocht die Butter, das Mehl dazugeben und mit einem Schneebesen immer in Bewegung halten. Keine Angst, das Mehl klumpt nicht. Ist das Mehl darin angeschwitzt, ohne braun zu werden, mit der Klopsbrühe ablöschen und nach und nach etwa 1 Liter Brühe mit dem Schneebesen unterrühren und ein paar Minuten köcheln lassen. Nun den Herd abstellen, die Sauce soll jetzt nicht mehr kochen! Jetzt die Sahne unterrühren, die 50 g Kapern, 1 EL Senf, 0,2 l Weißwein gemischt mit 2 Eigelb hinzufügen und die Sauce mit Zitronensaft, Zucker, Salz und Pfeffer nach Belieben würzig abschmecken. Gourmet-Tipp: Die Zugabe von etwas Muskat, Sardellenöl und Zitronenabrieb zur Soße machen die Speise noch pikanter. Die Klopse zum Erwärmen in die Sauce geben und auf dem Teller servieren.
Königsberger Klopse werden traditionell mit Petersilienkartoffeln und Roter Beete serviert. Kartoffelmus oder Reis, dazu Möhren- oder Krautsalat, schmecken auch gut dazu.

Ein „Schmerleckschen“ - Guten Appetit

(Ostpreußisches Wort für „köstliche Mahlzeit“)

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Historische Stadtansicht von Königsberg um 1850

Foto: Stadtansicht der von deutschen Kreuzrittern gegründeten Stadt Königsberg

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Alte Ostpreußische Rezepte

Das Originalrezept für Königsberger Klopse und die Herkunft des beliebten Gerichts sind von zahlreichen Mythen geprägt. Jede ostpreußische Hausfrau hatte wohl ihre eigene Zubereitungsart. Das ursprüngliche baltische Rezept „nach Oma’s Art“ bestand vermutlich aus Fleischklopsen, die mit Salzhering zubereitet wurden. 
Die „Oeconomische Encyclopaedie“ von Krünitz aus dem Jahr 1787 erwähnt „Klopps“ als typische Sonntagsmahlzeit in Preußen. In Gasthäusern der Halbinsel Samland, auf der die Stadt Königsberg zwischen der Ostsee und dem Kurischen Haff liegt, wurde das Gericht oft sogar zum Frühstück mit einem Glas Wein serviert. 

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Saure Rindfleisch Klopse Rezept mit Lamm Kapernvariante im Danziger Kochbuch von 1858

Original Königsberger Klopse Rezept im Danziger Kochbuch von 1858
Das „Danziger Kochbuch“ von 1858 beschreibt eine saures Rindfleischklopse Rezept mit einer Lamm Kapernvariante. Der Münchner Starkoch Alfons Schuhbeck merkte in einer Kochsendung an, das im 18. Jahrhundert Immanuel Kant, Philosoph der Königsberger Universität, das Gericht geliebt und bekannt gemacht hat. Ein Koch aus Königsberg soll im 19. Jahrhundert das Rezept mit der Kapernsauce weiter verfeinert haben, um es für den preußischen König „Friedrich Wilhelm IV.“ zu einem besonders festlichen Gericht zu machen. 

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Danziger Klopse Rezept im Mecklenburgischen Kochbuch von 1904

Danziger Klopse Rezept im Mecklenburgischen Kochbuch von 1904

Das „Mecklenburgische Kochbuch“ von 1868 erwähnt das Gericht „Danziger Klopps“, was auf eine weitere regionale Variation hinweist. Im „Rigaischen Kochbuch“ von 1901 wird das Königsberger Klopse Rezept aus Rind- und Schweinehack mit Weißwein, Sardellen und Kapern beschrieben. Bei „Ermangelung“ von Sardellen wird hier an der Ostsee der klassische Hering erwähnt. Speziell bei dem Rezept ist Muskatnuss als Gewürz, Zwieback als Soßenbinder und Bratkartoffeln als Beilage.

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Rigasches Kochbuch von 1901 mit "Original Königsberger Klopse Rezept"

Original Königsberger Klopse Rezept im Rigaschen Kochbuch von 1901
In der damals stark deutsch geprägten Hansestadt Riga im nördlichen Ostpreußen (heute Hauptstadt von Lettland) waren gekochte Hackfleischbällchen mit Kapern in verschiedenen Varianten aus Kalbfleisch oder Rind- und Schweinefleisch beliebt. Ein Rigasches Kochbuch von 1901 beschreibt ein sehr delikates „Königsberger Klopse“ Rezept mit „fein gehackten Sardellen“, „abgeriebener Zitronenschale“, „fein gestoßenem Pfeffer“, „französischem Senf“, „Kapern“ und „Weißwein“. Die Kapern kommen bei dem Rigaer Rezept nicht in die Klopse, sondern werden nur der Soße beigefügt. Die Klopse werden hier in der fertig gewürzten sauren Sauce gekocht, die ebenfalls mit Sardellen verfeinert wird.

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Wer kennt Omas DDR Originalrezept?

Schon vor den beiden Weltkriegen war unseren Uromas die Königsberger Spezialität durch die Lehre in den Haushalts- und Kochschulen im deutschen Kaiserreich bekannt. Spätestens aber nach dem 2. Weltkrieg, mit der Vertreibung der Deutschen aus Ostpreußen, verbreiteten Millionen von Flüchtlingen ihre Hausmannskost aus dem Memelland in ganz Deutschland. Besonders in der DDR erfreuten sich die Königsberger Klopse großer Beliebtheit. In den Gaststätten, beim Schulessen und in Betriebskantinen standen sie oft auf dem Speiseplan. In den Großküchen wurde in der Regel jedoch günstig zubereitet und meist ohne den ursprünglichen Fischanteil. Aber wenn Oma zu Hause für Opa und die Kinder kochte, dann natürlich nach den alten Rezepten aus Ostpreußen. Großmutter sparte nie mit „Guter Butter“, nahm teure Zitrone statt billigen Essig und hatte immer ein gutes Händchen bei den Gewürzen. Bei Oma schmeckten die cremigen Kapernklopse, wie alles andere auch, einfach am besten.

Restaurantempfehlung: 

Ostpreußisches Spezialitätenrestaurant „Marjellchen“

Das „Marjellchen“ in Berlin-Charlottenburg ist ein besuchenswerter Ort für schmackhaftes Essen. Der Chefkoch hier nimmt seine Gäste mit auf eine kleine kulinarische Reise in die Vergangenheit Ostpreußens. Das renommierte Restaurant verwöhnt seine Gäste mit feinsten Spezialitäten aus dem „Memelland“. Hier werden traditionelle Gerichte authentisch mit regionalen Zutaten zubereitet. Die Speisekarte umfasst köstliche Klassiker wie Königsberger Klopse, Tafelspitz, Schlesisches Himmelreich, Masurischer Sauerbraten, Schlesische Mohnklöße und diverse Fischgerichte wie Danziger Stremellachs mit einer Honig-Senf-Sauce, die durch authentische Rezepte und liebevolle Zubereitung bestechen.

Buchempfehlung: 

Familienrezepte aus Ostpreußen

Ostpreußen Kochbuch mit Original Familienrezepten
In diesem Werk widmet sich der Autor und Küchenmeister Harald Saul der traditionsreichen regionalen Küche Ostpreußens. Wer die kulturhistorische Küche des alten Ostpreußens erkunden möchte, findet in dem Buch wunderbare Speisen, von Wildschwein-Pflaumenbraten über Haferplätzchen, Glumskeilchen und Klunkermus bis hin zu gefülltem Truthahn mit Maronen. Vor einigen Jahren bat Küchenmeister Saul im „Ostpreußenblatt“ um die Einsendung privater Rezeptbücher, Zeitdokumente und Erinnerungen aus der alten Heimat. Über Jahrzehnte hinweg sammelte der Fachdozent für Ernährungslehre somit verborgene Familienrezepte, persönliche Erzählungen und private Fotografien aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Seine Bücher sind eindrucksvolle Zeugnisse dieser aufwendigen Schatzsuche.
 

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